Osteopathie - Sanftes Heilen mit den Händen

Nicht alle Beschwerden haben ihre Ursache dort, wo es schmerzt. Rücken- oder Kopfschmerzen z.B. können auch von alten Verletzungen an Beinen oder Rumpf oder sogar von Problemen im Bauchbereich kommen!

 

Das hat seinen Ursprung darin, dass alle Strukturen des Körpers (Knochen, Muskeln, Sehnen, Nerven, innere Organe) miteinander vernetzt sind. Ein harmonisches Zusammenspiel dieser Gewebe ermöglicht es dem Körper als Einheit zu funktionieren.

 

Funktioniert ein Gewebe nicht gut, werden auch die anderen Strukturen gestört, kommen aus dem Gleichgewicht und erkranken schließlich.

 

Die aus den USA stammende Osteopathie ist eine Behandlungsmethode, deren medizinischer Ansatz die Betrachtung von Zusammenhängen ist. Leben ist Bewegung. Dort wo Bewegungen eingeschränkt sind, kommt es zu Stagnation, zu einer schlechten Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen. So wird der Boden für ein Problem gelegt.

Erst kann es nur Steifheit sein, Verspannung oder Unwohlsein. Wird darauf nicht angemessen reagiert, können degenerative Prozesse beginnen.

 

Eine gute Osteopathieausbildung umfasst ein fünf- bis sechsjähriges Studium. Da diese Ausbildungen in Deutschland privat organisiert werden, hat der Berufsverband der Osteopathen (VOD) Qualitätsmaßstäbe geschaffen, die dem Patienten die Ausbildungsqualifikation seines Therapeuten garantieren. Mehr Infos gibt es im Internet unter www.osteopathie.de. Dort finden Sie auch eine Therapeutenliste.

 


Definition der Osteopathie

Die Osteopathie ist eine ganzheitliche Sichtweise der Medizin, die der Diagnose und Behandlung von Funktionsstörungen dient. Die Osteopathie bringt den Organismus wieder in Ökonomie, Komfort & Gleichgewicht, damit er in der Lage ist, sich selbst zu heilen.

Das Prinzip der Osteopathie ist "Leben ist Bewegung". Dies wird deutlich in Gelenkbewegungen, Herzschlag, Atmung, Darmperistaltik etc. Ist die Funktion einer Struktur gestört, so ist auch deren Bewegung eingeschränkt. Der Osteopath erkennt und behandelt diese Funktionsstörung, indem er die normale Beweglichkeit wieder herstellt.

 

Ist eine Struktur wieder frei beweglich, so ist ihre Funktion gesichert, sie ist wieder gut durchblutet und die Selbstheilungskräfte können ungestört wirken.

Der Therapeut nutzt bei einer osteopathischen Behandlung alle ihm zur Verfügung stehenden Sinne wie Augen, Ohren und vor allem die Hände. Durch gezielte Berührungen und Impulse werden Blockaden gelöst; der Organismus hat die Möglichkeit, wieder ins Gleichgewicht zu kommen und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren.

 


Die Säulen der Osteopathie

Das Fundament der Osteopathie bilden die Grundlagenfächer der klassischen Medizin: Anatomie, Physiologie, Embryologie & Pathologie. Auf diesem Fundament stehen die Säulen der Osteopathie.


Die Teilgebiete der Osteopathie
Zwar lässt sich die Osteopathie in die folgenden Teilbereiche einteilen, doch muss immer die Zusammenbetrachtung dieser Bereiche im ganzheitlichen Sinne gewährleistet sein. Die Osteopathie untersucht und behandelt immer alle Teilaspekte als Gesamtheit.

1. Parietale Osteopathie
Die parietale Osteopathie beschäftigt sich mit der Untersuchung und Behandlung des Bewegungsapparates. Hierzu gehören Knochen, Bänder, Gelenke, Muskeln und Faszien (bindegewebige Verbindungen). Sie können entweder direkt durch eine Verletzung geschädigt werden oder durch den weiterlaufenden Einfluss von anderen Strukturen.

Diese so genannten Dysfunktionen sorgen für vermehrte Spannung - nicht nur am Ort des Geschehens - sondern auch weiterlaufend.

Die Osteopathie behandelt diese Dysfunktionen und sorgt dafür, dass durch ein Gleichgewicht innerhalb der Gelenke und der Muskulatur der gesamte Bewegungsapparat wieder gut funktionieren kann.

2. Viszerale Osteopathie
Die viszerale Osteopathie beschäftigt sich mit den inneren Organen, den Blutgefäßen, Lymphbahnen und dem dazugehörigen Bindegewebe. Die inneren Organe haben Verbindungen zum Skelettsystem und bewegen sich unwillkürlich mit jedem Atemzug und bei jeder Rumpfbewegung. So kann zum Beispiel ein Rückenschmerz durch eine Störung der Gebärmutter ausgelöst werden.

Funktionsstörungen entstehen durch Operationsnarben, altersbedingte Organsenkung, Entzündungen aber auch durch schlechte Ernährung. Diese Störungen zeigen sich in Bewegungseinschränkungen, die der Osteopath erkennen und durch Organ- und Faszientechniken behandeln kann.

3. Cranio-Sacrale Osteopathie
Der Schädel, die Wirbelsäule und das Becken umgeben das Zentrale Nervensystem mit seinen membranösen Häuten. Diese Teile bilden eine Einheit und werden als das Cranio-Sacrale System zusammengefasst. Auch alle anderen Teile des Körpers stehen direkt oder indirekt mit diesem System in Verbindung und werden von ihm beeinflusst.

Dem Cranio-Sacralen System liegt eine Dynamik bzw. eine Bewegung zugrunde, die der Osteopath für die Untersuchung und Behandlung nutzt. Die Bewegungen des Schädels sind nachgewiesen worden. Ein Erklärungsmodell dafür ist der Primäre Respirationsmechansmus (zyklische Neubildung, Austausch und Bewegung von Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit)

W.G. Sutherland